27 Armeemarsch

1. Bataillon Garde Armeemarsch Nr. 7

Das 1. Garde-Regiment zu Fuß wurde 1806 nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt aus den Resten der früheren Garden zu Fuß neu aufgestellt. Es war von Anfang an das Leibregiment der Könige von Preußen. Bis auf Wilhelm II., der auch die Uniformen anderer Regimenter trug, trugen seit 1806 alle preußischen Könige und die meisten Prinzen von Preußen die Uniform des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Der König von Preußen war jeweils zugleich Regimentschef, Chef des I. Bataillons und Chef der 1. Kompanie dieses Regiments. Daher hatte dieses Regiment auch den höchsten Rang innerhalb der Armee, was sich unter anderem darin zeigte, dass das Offizierkorps des 1. Garde-Regiments zu Fuß beim traditionellen Neujahrsempfang noch vor den Reichsfürsten und dem Diplomatischen Corps am Thron vorbei defilieren durfte. Inoffiziell wurde auch vom Ersten Regiment der Christenheit gesprochen.

Das Regiment lag mit der Masse seiner Soldaten in der Kaserne in der Priesterstraße in Potsdam gegenüber der Potsdamer Garnisonkirche und schräg gegenüber dem Stadtschloss. Die enge Verbundenheit des Regiments mit seinen königlichen Chefs fußte neben der persönlichen Führung durch den König und der Tatsache, dass alle Prinzen von Preußen jeweils an ihrem zehnten Geburtstag als Leutnant in dieses Regiment in die Armee eingestellt wurden, um dort ihre militärische Ausbildung zu erhalten, auch darauf, dass der größte Teil des praktischen Dienstes im Lustgarten unmittelbar vor dem Schloss stattfand.

Neben den für Gardeformationen typischen Wach- und Repräsentationsaufgaben nahm das 1. Garde-Regiment zu Fuß in Friedenszeiten auch die Funktion einer Lehr- und Versuchstruppe wahr. Hier wurden nicht nur neue Bekleidung, Ausrüstung und Waffen vor der Einführung für die gesamte Infanterie erprobt und geprüft, sondern auch neue Vorschriften schulmäßig angewendet und gegebenenfalls nachgebessert bevor sie für die Armee erlassen wurden. In diesem Zusammenhang ist auch zu verstehen, dass das Lehr-Infanterie Bataillon in Potsdam dem 1. Garde-Regiment zu Fuß angegliedert war, dessen Offiziere zum Offizierkorps des Regiments zählten.

Wie alle Regimenter der Alten Armee (bis 1871 Preußische Armee, danach Deutsches Heer) wurde auch das 1. Garde-Regiment zu Fuß nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst und ging in der Reichswehr auf. Dort wurde die Tradition vom Infanterie-Regiment 9 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs weitergeführt. Seit 1961 führt das Wachbataillon (zunächst nur mit der 2. Kompanie, seit 1991 als Bataillon) die Tradition fort. Bereits 1921 wurde jedoch von den ehemaligen Soldaten des 1. Garde-Regiments zu Fuß ein Verein zur Pflege der Tradition und Kameradschaft gegründet, dem sich auch die nachfolgenden Truppenteile anschlossen. Nach dem Wahlspruch des Regiments und seiner Traditionsfolger „semper talis“, was zugleich auch der Schlachtruf dieser Truppenteile war und ist, heißt dieser bis heute bestehende Verein „Semper talis Bund“.